Philosophie

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»Studium generale« bedeutet für Heiner Eckert immer auch, einen ganzheitlichen Zugang zu Welt und Wissenschaft zu manifestieren. Dabei versucht er stets, alle dem Menschen zugänglichen Dimensionen in Denken und Handeln miteinzubeziehen. Heiner Eckert hält sich gerne auf einigen tausend Metern über Null auf. Strecken und Höhen schafft er grundsätzlich zu Fuß und per Fahrrad. Mit Leidenschaft und Begeisterung betätigt er sich daher als Bergsteiger und -wanderer in den Alpen und der Landschaft Mittelchinas. Ebenso leidenschaftlich frönt er der Musik. Experimentierend und improvisierend probiert er sich an der Trompete und hält es mit seinen musikalischen Vorbildern Miles Davis und Louis Armstrong: »Never play anything the same way twice.«

Fricken.Jubigrat.2008Rk

Lebens-Bekenntnis Heiner Eckert, 2015

Von Kind an bis jetzt habe ich gerne die Herausforderung, auch die potentiell gefährliche, gesucht, versucht, ausprobiert, nachgedacht und vorwärts gedacht. Mein ältester Bruder hat mich in letzterem bestärkt und über die Philosophie (insbesondere G.W. Leibniz) bin ich an die Faszination der Ratio geraten und dort immer geblieben. In der Schule war ich von der Infinitesimalrechnung angetan und Begriffe wie »Nichts« und »Unendlichkeit« waren und sind mir einfach verständlich. Doch diese schnelle Faszination alleine war mir nicht genug, dabei fehlte die handfeste Bestätigung durch das Materielle. Die Anwendung der Fähigkeit geistiger Durchdringung auf das Stoffliche, die Materie, ist ja gerade wesentlich für die Wissenschaft der Chemie. So habe ich schließlich Chemie studiert, obwohl ich von vielem anderen auch angetan war und insbesondere die Elektrotechnik und Elektronik mich damals mehr angezogen hatten. Meine ständige Begleiterin war, ist und wird immer die Neugierde sein. Sie ist für mich der eigentliche Sinn des Leben, lange habe ich gebraucht, dies zu begreifen. Der Erfolg ist für mich zweitrangig, für mich ist der Weg das Ziel, entscheidend sind Ereignisse und Erkenntnisse. Wenn dann der Weg zum Erfolg führt, ist dieser natürlich hoch willkommen, aber nicht als Ziel. So war die späte Habilitation einfach eine logische Folge meiner wissenschaftlichen Forschung in Würde. Geradezu nachrangig waren für mich Ruhm, Ehre, Preise und Geld, wobei ich nun schon der Meinung bin, dass das mir nach meinen Leistungsbegriffen Zustehende mit mittlerweile 70 Jahren auch zukommen darf. Ideologien waren mir immer fremd, Opportunismus in jeder Form suspekt und Opportunisten äußerst zuwieder. Weiterhin bin ich auf der Suche nach dem Unglaublichen, einmal in Form des nahezu Unmöglichen, zum anderen in der einfachen Umsetzung des verhinderten Praktikablen.